KiTa Fischerstraße, Bochum

  • Anschrift

    Fischerstraße, Bochum

  • Auftraggeber
    Stadt Bochum
  • Beginn

    07/2017

  • Fertigstellung

    Frühjahr 2021

  • BRI
    3.981 m3
  • BGF
    982 m2
  • Leistungen
    Generalplanung
  • Lichtbilder

    Reiser & Partner Architekten BDA

Die Grundstücksfläche des Standortes für den Erweiterungsneubau der Kindertagesstätte umfasst im Wesentlichen die Flurstücke 284, 580 und 58 (Flur 8) in Bochum Gerthe. Die dreizügige Kita beansprucht eine Bruttogrundfläche von etwa 440 m² auf dem Flurstück 58 und ist als zweigeschossiges Gebäude (Gebäude geringer Höhe) mit geneigten Satteldächern konzipiert. Die Baugestalt bzw. die Gebäudekubatur leitet sich zum einen aus den örtlich gegeben Rahmenbedingungen des Grundstückes (Grundstücksgrenzen, Leitungsführungen) ab, zum anderen bezieht sich der Entwurf durch die differenziert ausformulierte Dachgestaltung sowohl auf den städtebaulichen Kontext, als auch auf das Bauprogramm. Die vorhandenen Dachprofile werden im Maßstab übernommen. Ebenso ermöglicht die Dachform die Ablesbarkeit der inneren baulichen Ordnung. Die Hauptnutzungsräume, also die Gruppenräume und der Mehrzweckraum, sind nach Westen ausgerichtet und öffnen sich in die Richtung des großflächig zusammenhängenden Außengeländes. Das funktionale Raumprogramm (Personal, Küche etc.) ist hingegen nach Osten orientiert. Zwischen der neuen Kindertagesstätte und der angrenzenden Wohnbebauung ist die Haupterschließung mit den entsprechenden Stellplätzen für PKW und Fahrräder vorgesehen. Über den Haupteingang betritt man das zweigeschossige Haus und gelangt in eine offene Halle mit Treppe und Aufzug. Über diese, als Spielflur konzipierte, zentrale Achse, sind die Gruppen- und Funktionsräume zu erreichen. Im Erdgeschoss befinden sich 2 Gruppen mit den zugehörigen Nebenräumen. Ergänzt wird das Raumprogram in diesem Geschoß durch drei Differenzierungsräume im östlichen Bereich des Hauses. Direkt am Eingang mit Abstellgelegenheit für die Kinderwagen, befindet sich das Büro der Leitung. Alle Aufenthaltsräume verfügen über einen direkten Zugang nach draußen (Rettungsweg). Der Technikbereich ist direkt von außen zugänglich. Die dritte Gruppe, sowie der Mehrzweckraum sind im 1. Obergeschoß zu finden. Dem Ordnungsprinzip folgend, sind diese Betreuungsräum ebenfalls im Westen, mit Ausrichtung auf die vorgelagerte Grünfläche, angeordnete. Im östlichen Teil des Hauses befinden sich folglich, in einer Nutzungseinheit gebunden, die dienenden Räume der Einrichtung (Personal, Küche etc.). Die gefaltete Dachlandschaft ist hier im Innenraum wahrnehmbar und macht den Entwurfsgendanken auch ablesbar. Jede Gruppe hat ihr eigenes Haus im Haus! Die Ost-Weste Ausrichtung wird durch eine differenzierte Fassadengestaltung betont. Differenziert gestaltete, opake Fassadenteile als hinterlüftete Fassaden, stehen im Wechselspiel zu großformatigen Fensterelemente aus Holz oder Aluminium. Kontrastierend dazu, gehen die Fassadenflächen der Süd- und Nordseite nahtlos in die Dachflächen über. Wie ein Tuch, legt sich die Fassade über die „3 Häuser“ und vereinigt diese. Wenige Fenster- bzw. Dachöffnungen sind locker in die metallische Gebäudehülle, aus beispielsweise KalZip Bahnen, eingestreut und erzeugen mit einfachen Mitteln ein spannendes und zeitgemäßes Fassadenbild. Der warme gold-bronze Ton nimmt der Fassadenfläche den technoiden Charakter und entspricht der inhaltlichen Nutzung des Hauses. Die zentrale Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung ist im EG im Technikraum untergebracht. Außenluftansaugung und Fortluftausblasung werden über die Fassade über Wetterschutzgitter realisiert. Das Lüftungsgerät wird mit einer hocheffizienter Wärmerückgewinnung (Wärmebereitstellungsgrad größer 75%) ausgestattet. Die Luftverteilung erfolgt soweit möglich in den abgehängten Decken. Die anlagentechnische Luftmengenreduzierung auf ein Minimum dient vor allem der Energieeinsparung. Da eine Anbindung an das vorhandene Fernwärmenetz nicht möglich ist, wird das Gebäude über eine zentrale Luft-Wasser-Wärmepumpe mit Wärme versorgt. Um den Platzbedarf innerhalb des Gebäudes möglichst gering zu halten, wird eine Ausführung der Wärmepumpe mit Innen- und Außeneinheit präferiert. Die Heizungsverteilleitungen werden in abgehängten Decken geführt. Die Wärmeversorgung der einzelnen Räume erfolgt über eine Fußbodenheizung. Die Warmwasserbereitung erfolgt über elektrische Durchlauferhitzer.

Um dem erhöhten Stellplatzbedarf auf dem Grundstück unterzubringen, entstand eine zweigeschossige, offene Parkpalette, welche sich im Laufe der Zeit durch die Fassadenbegrünung unauffällig in die großzügigen Grünanlagen einbettet.

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