KiTa St. Johannes, Wallenhorst

  • Auftraggeber
    Gemeinde Wallenhorst
  • Planung
    2021
  • BRI
    8.613 m3
  • BGF
    1.895 m2
  • Leistungen
    Objektplanung, Architektur
  • Lichtbilder
    Reiser & Partner Architekten BDA
Der Ort Das Planungsgebiet für den Neubau des St. Johanneskindergartens in Wallenhorst/Rulle befindet sich auf einem ehemaligen landwirtschaftlich genutzten Feld am nördlichen Siedlungsrand. Im Osten grenzt das Grundstück an das Sportgelände des TuS Eintracht Rulle e.V. An der westlichen Grundstücksgrenze befindet sich hinter dem vorgegebenen Wirtschaftsweg ein aus freistehenden Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften bestehendes Wohngebiet. Die Häuser weisen ein bis maximal zwei Geschosse und verschiedene Giebeldachformen auf. Die Erschließung des Grundstücks erfolgt über den Prozessionsweg im Süden. Das Gelände des Planungsgebietes fällt in Richtung Norden um ca. 3,5 Meter ab, wo sich die Fläche zur Regen-rückhaltung befindet. Zum Sportgelände hingegen bildet das Gelände einen leichten Hang aus. Nahe den bereits bestehenden Tennisplätzen soll vorerst ein Bereich zur Erweiterung der Tennisan-lage um einen weiteren Platz freigehalten werden. Bis zu diesem Zeitpunkt kann die Freifläche als erweiterter Außenbereich für die Kindergartenkinder genutzt werden. Der Baukörper Die Gestalt des Neubaus orientiert sich hinsichtlich seiner Maßstäblichkeit und äußeren Form an der Nachbarbebauung. Der Baukörper wird oberirdisch eingeschossig ausgebildet und nimmt das Satteldach als häufiges wiederholendes Gestaltungselement auf. Entlang der westlichen Gebäu-degrenze reihen sich sieben zueinander versetzte und miteinander verbundene Baukörper auf. Eine äußere Ablesbarkeit der einzelnen Häuser wird durch eine gezielte Setzung kleinerer Innenhöfe und Einschnitte des Baukörpers sowie einer markanten Dachform aus mehreren Satteldächern erzeugt. Die Verbindung der Gebäudeteile erfolgt über einen zentralen Spielflur, der sowohl innerhalb, als auch zwischen den Häusern verläuft und den Außenraum durch Bezüge in die freie Landschaft in den Innenraum transportiert. Die Gestaltung der Außenfassade soll einheitlich erfolgen und den Zusammenhang der einzelnen Gebäude verstärken. Das Öffnen der Fassade ist abhängig von der Art der Nutzung des dahinterliegenden Raumes und erfolgt größtenteils in Ost- und West-Richtung. Die im Osten aufgehende Sonne wird tief in die Gruppenräume gezogen und bietet den Kindern bereits am Morgen ausreichend Tageslicht. In Nord und Südausrichtung präsentieren sich die äußeren Gebäuderiegel dahingegen mit geschlossenen Giebelseiten zum Straßenraum. Das mittlere zurückstehende Haus erzeugt eine Empfangsgeste über eine großzügige Glasfassade zur Straße und kennzeichnet den Eingang in das Gebäude. Rückseitig entsteht durch das Weiterführen des mittleren Gebäudeteils ein geschützter Außenraum unterhalb des Daches, der dem Bereich der Krippe zugeordnet wird und den Endpunkt des Baukörpers bildet. Der Neubau nutzt das Gefälle des Grundstücks, um im nördlichen Rand ein Untergeschoss mit dienenden Räumen auszubilden und ebenerdig zu erschließen. Die Erschließung Der Kindergarten wird über einen geplanten Vorplatz betreten, der einzelne angelegte Grünflächen und eine Stellplatzfläche für Fahrräder bietet. Das Gelände fällt um ca. 1,50M zum Gebäude hin als Rampe ab. Parallel zum Gebäude ist eine PKW-Parkfläche geplant, die über den Prozessionsweg befahren wird. Die mittig positionierten Parkplätze bilden das Zentrum einer Umfahrt, die für die Eltern als Erschließungsschleife genutzt werden kann. Die Parkfläche erstreckt sich bis zum hinte-ren Ende des ersten Gebäudeteils und passt sich dem vorhandenen Gelände an. Der Ort für diver-se Rollcontainer zur Müllentsorgung reiht sich in die Parkplätze ein und befindet sich in direkter Nähe zum Prozessionsweg. Der zurückversetzte mittige Gebäuderiegel markiert den überdachten Eingang zum Betreten des Kindergartens. Über einen Windfang wird die zentrale Halle erreicht, an die die Speiseräume inkl. Küche und Nebenräume, der Bewegungsraum, der Bereich der Verwaltung sowie der Bespre-chungsraum angegliedert sind. Die Halle mündet in den ersten Innenhof, der als gemeinsamer Gartenausgang und Schmutzschleuse dient. Der beginnende Spielflur führt durch den Bereich der Kindergarten- und Krippengruppen. Die vereinzelten Innenhöfe und die Zwischenräume der Gebäu-deabschnitten versorgen den Innenhof mit ausreichend Tageslicht. Die Innenhöfe befinden sich mit dem Gelände auf Fußbodenhöhe und können vom Spielflur aus betreten werden. Die Eingänge zu den Ruhe-, Sanitär- und Gruppenräumen befindet sich an der jeweiligen Gardero-be. Die Intensivräume sowie Werk- und Therapieraum reihen sich gegenüber der Gruppenräume auf. Ein zusätzlicher Ausgang der Krippe im Norden des Gebäudes bildet den Endpunkt. Das be-stehende Gelände nährt sich diesem Ausgang an und fällt erst hinter dem Gebäude auf seinen Ursprung zurück. Dieser Höhenunterschied wird zum ebenerdigen Erschließen der Technikräume im Untergeschoss genutzt. Die zentralen Bereiche Das Gebäude gliedert sich in seiner äußeren Gestalt und der inneren Funktion hinsichtlich der un-terschiedlichen Nutzungsbereiche des Kindergartens. Die zentrale Halle als Eingang in das Gebäude ist der konzeptionelle Mittelpunkt der Struktur und bietet den Eltern einen Raum zum Verweilen. Eine Firstverglasung entlang des gesamten Raumes bietet ganztägig direktes Tageslicht und dient der Belüftung. Die Speiseräume im Ost-Trakt und der Bewegungsraum im West-Trakt des Kindergartens können sich bei Veranstaltungen über mo-bile Trennwände zu der zentralen Halle öffnen. So erweitert sich der Raum über die gesamte Breite des Gebäudes und bietet großzügige Seitenbezüge in den Außenraum. Die dazugehörigen Neben-räume und Besucher-WCs schließen sich dem Bewegungsraum an und sind direkt erreichbar. Angrenzend an die Speiseräume befindet sich in Richtung Straßenraum die Küche mit Vorratsraum sowie das Büro der hauswirtschaftlichen Kräfte mit eigenem Zugang zur großen Halle. Die Anliefe-rung der Küche erfolgt über den Parkplatz. Im Gebäudeteil gegenüber positionieren sich die Räume der Verwaltung. Nah und mit Einblick zum Eingang finden die Leitung und die Stellvertretung ihren Platz. Der Mitarbeiterraum mit Sani-, Sozial- und Sanitärraum vervollständigen den Personalbereich und bilden inkl. weiterer Nebenräume den Kopf des Baukörpers. Der Kindergarten und die Krippe Ein weitläufiger Spielflur verbindet die fünf Gruppen des Kindergartens und der Krippe miteinander und stellt Bezüge zwischen den einzelnen Gebäudeteilen her. Jede Gruppe wird über ihre eigene Garderobe erschlossen. Der Gruppenraum mit Abstellraum und Sichtbezug zum Sanitärraum öffnet sich über bodentiefe Fenster zur Außenfläche und sitzt zurückgesetzt unter dem Dach, sodass jede Gruppe ein direkter geschützter Außenbereich zugeordnet werden kann. Der angrenzende Sanitär-raum wird über die Garderobe erschlossen und wird über Öffnungen im Dach belichtet und belüf-tet. Der Eingang zum Ruheraum befindet sich ebenfalls an der Garderobe. Der Raum positioniert sich an den Innenhöfen im mittleren Gebäuderiegel und wird über diesen belichtet. Der direkte Bezug zum privaten Außenraum erfolgt über Fensterflächen, die versetzt zum Ruheraum der nächs-ten Gruppe angeordnet sind. Die Kinder erhalten eine individuelle Rückzugsmöglichkeit zum Schla-fen, Entspannen und Ausruhen. Die zentrale Garderobe als Ort zum An- und Ausziehen öffnet sich zum Spielflur und dient den Eltern und Kindern als Ort der Begegnung. Im West-Trakt des Gebäu-des gegenüber des Spielflurs reihen sich die Intensivräume der jeweiligen Gruppen an den Gebäu-deabschnitten angeordnet auf. Die natürliche Belichtung der Räume von mehreren Seiten erzeugt eine hohe Qualität im Innenraum. Mit den dazwischen angeordneten Therapie-, Werk- und Material-räumen vervollständigt sich das Raumprogramm der Kindergarten- und Krippenräume. Dem Bereich der Krippe werden zwei Gruppen inkl. Nebenräume zugeordnet. Eine Tür im Spielflur verbindet und trennt die Räume zum Kindergarten. Ein zusätzlicher Ausgang im Norden sowie eine abgetrennte Spielfläche im Außenbereich im Osten separieren den Bereich zum restlichen Gebäu-de. Eine Öffnung zum Kindergarten und einzelne Blickbeziehung sind jederzeit möglich.

Um dem erhöhten Stellplatzbedarf auf dem Grundstück unterzubringen, entstand eine zweigeschossige, offene Parkpalette, welche sich im Laufe der Zeit durch die Fassadenbegrünung unauffällig in die großzügigen Grünanlagen einbettet.

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